Klippen, Kattegat und ein Baby-Berg
Unsere erste Wanderung im schönen Båstad in Schweden, führte uns ins Hovs Hallar Naturreservat.
Der Parkplatz lag am Ende einer Sackgasse irgendwo im Nirgendwo, direkt am Meer. Das fing ja schonmal gut an.
Der Start war ganz entspannt. Leichte und schmale Wege führten direkt am tosenden Meer entlang. Was für eine Kulisse!
Irgendwann wurden aus den Wegen Geröllfelder und die Klippen schienen in die Höhe zu wachsen, je weiter wir voran kamen. Es war unfassbar beeindruckend. Ständig gab es etwas neues zu bestaunen und zu fotografieren. Kein Wunder, dass wir für die ersten zwei Kilometer knapp anderthalb Stunden gebraucht haben!
Irgendwann ging es allerdings nicht mehr weiter - zumindest nicht am Felsstrand. Stattdessen ging es steil bergauf über geröllige Wege die Felsen hinauf. Darauf war ich nicht vorbereitet. Und meine Waden und Oberschenkel auch nicht! Mit jedem Schritt nach oben habe ich gespürt, dass ich viel zu lange nicht mehr trainiert habe. Natürlich habe ich mir direkt geschworen, nach dem Urlaub mein Training wieder aufzunehmen, damit mir das im nächsten Wanderurlaub nicht wieder passiert. Und ich hatte prompt ein Deja-Vu. Hatte ich mir das nicht nach den letzten Urlauben auch schon vorgenommen? 😅
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| Der Weg ist nur noch zu erahnen |
Irgendwann waren wir dann doch mal oben und meine Beine waren happy, als es über flache, von Rindern bewachte Wiesen weiterging.
Bald schon ging der Weg in einen Wald über. Wahnsinn, wie abwechslungsreich diese Tour war! So liefen wir weit oben überm Meer auf den bewaldeten Felsen und konnten das Meer rauschen hören und immer wieder glitzerte das Blau des Kattegats durch die Blätter der knorrig gewachsenen Bäume hindurch. Das war fast schon poetisch schön.
Plötzlich wurde es wieder steiler und der Wald dichter. Was war nun los? Das war so nicht abgemacht und meine Beine fingen direkt wieder an zu protestieren und meine Lunge machte auch noch mit.
Schweißgebadet und schnaufend hielt ich an, schmiss meinen schweren Rucksack an einen Baum und zog wütend vor Erschöpfung meine Jacke aus. Währenddessen spazierte ein Paar mit einem Baby im Tragegurt an uns vorbei. Mit einem Baby!!!
Okay. Zusammengerissen und weiter. Oben, auf dem 155 Meter hohen "Knösen" sollte eine tolle Aussicht auf uns warten. Und hoffentlich ein toller Platz für eine Pause.
Und ja, die Aussicht war da, aber der Pausenplatz hat nicht auf uns gewartet. Das Pärchen mit dem Baby hatte sich dort hingesetzt. So ein Mist! Und da sie ein Baby ganz dort hochgeschleppt haben, konnte ich ihnen nichtmal wirklich böse sein. Also, kurz den Ausblick genossen und dann weiter.
Zum Glück ging es von da an nur noch bergab. Topographisch gesehen. Wir gingen runter in den kleinen Ort Kattvik. Dort hatten wir während der Anfahrt einen kleinen Hafen und ein Café gesehen. Allerdings hatte dieses leider geschlossen, sodass wir uns mit unseren mitgebrachten Capri Sonnen an den Hafen gesetzt und uns ausgeruht haben.
Hier war so gut wie nichts los. Manchmal kamen Leute im Auto oder mit dem Rad vorbei, verweilten ein paar Minuten und gingen wieder.
Ein Mann hingegen schaute aufs Meer, ging dann zu seinem Wagen und holte eine Ausrüstung zum Windsurfen heraus. Wir beobachteten ihn eine Weile bei seinen Vorbereitungen, zogen dann aber irgendwann weiter, um die letzten, zum Glück flachen, Kilometer bis zum Parkplatz hinter uns zu bringen.
Und kurz vorm Ziel rauschte er dann an uns vorbei: Der Windsurfer von gerade eben. Wir beobachten ihn noch einen Augenblick, dann machten wir uns müde und hungrig auf den Weg zurück in unsere Unterkunft.









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